In Mittelsachsen zwischen Leipzig und Dresden liegt versteckt eine besuchenswerte Sehenswürdigkeit. Das ehemalige sächsische Zisterzienserkloster Klosterbuch wurde als Kloster „St. Marien“ im 12. Jahrhundert gegründet. Nach der Reformation wurde es mit seinen Ländereien zu einem rein landwirtschaftlichen Betrieb.  Es liegt am Steilufer der Mulde in der Nähe von Leisnig in einem breiten Flussknie der Freiberger Mulde.

Von den mittelalterlichen Klostergebäuden haben sich bis heute die Ostteile der Kirche, das Kapitelhaus, die Infirmerie, das Abthaus und mehrere Nebengebäude erhalten.

Von der mittelalterlichen dreischiffigen Pfeilerbasilika mit Querschiff existiert heute nur noch eine Außenwand des Langhauses, der Chor und drei Seitenkapellen. Im Chor errichtete man 1678 unter Verwendung mittelalterlicher Bauteile (Säulen, Gewölbe, Fenster) aus der Kirche und der Klausur eine kleinere evangelische Kirche (Gutskirche benannt), allerdings nun mit dem Altar nach Westen und vom jetzigen Klosterhof aus nicht als Kirche zu erkennen.

Das 70 m lange Kapitelhaus ist der größte erhaltene mittelalterliche Bau. Der späteren Nutzung wegen wurde die Raumaufteilung mehrfach verändert. Fest steht, dass es den Kapitelsaal als Versammlungsraum enthielt und dass ehemals das gesamte Obergeschoss als Dormitorium (Schlafraum) diente. Am südlichen Ende des Kapitelhauses befand sich das Necessarium. Das war eine Toilettenanlage, die von einem Muldenabzweig durchflossen wurde und nur innen vom Dormitorium aus zugänglich war. Reste des unteren Bauteils des Necessariums sind noch zu besichtigen.

Das zweigeschossige, um 1400 (dendrochronologisch im Dachstuhl nachgewiesen) als Wohnhaus des Abtes erbaute Abthaus, wird in seinem äußeren Erscheinungsbild von den Umbauten im 16. und 17. Jahrhundert bestimmt. Das spitzbogige Portal stammt aus dem Mittelalter.

Von der ehemaligen Infirmerie (Krankenstation) hinter dem Abthaus existieren noch der Ostteil des Krankensaales und die Kapelle. Infirmerien und Necessarien sind nur noch in wenigen Klöstern erhalten.

Westlich der ehemaligen Klausur finden sich Ruinen des sogenannten Brau- oder Malzhauses. Es sind Teile des ehemaligen Laien- oder Konversenbereiches des Klosters. Hier wurden auch Gäste empfangen und Reisende beherbergt. Auf dem Wege zum Brauhaus passiert man den Bereich des ehemaligen Kreuzganges, dessen Lage mittels Blumenbeeten angedeutet wird. Zwischen Kapitelhaus und Brauhaus ist ein über 100 m langes Stück der Klostermauer erhalten, die ehemals die gesamte Anlage umgab.

Freiberger Mulde