Eine Entdeckung ist das Wasserschloß Windischleuba, zwischen Leipzig und Chemnitz gelegen. Das kleine Windischleuba gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, ab 1920 zu Thüringen. Bereits um 925 wurde die Burg Windischleuba gegründet. Sie diente als Grenzveste zum Schutz von Altenburg. Der Ritter Heinrich von Luben wurde im 13. Jahrhundert erwähnt, er war wohl der Namensgeber der Burg.Als Luben fand Windischleuba 1181/1214 im Zehntverzeichnis des Klosters Bosau erstmals Erwähnung. Die Vögte von Weida waren Lehnherren, im 13. Jahrhundert dann die Burggrafen von Altenburg. 1329 ging die Lehensherrschaft über Windischleuba von den Burggrafen von Meißen auf die Burggrafen von Leisnig über. 1538 übernahm das ernestinische Sachsen die Herrschaft. Nach mehreren Besitzern blieb Windischleuba bis 1650 im Besitz derer von der Gabelentz. 1632 brannte im Dreißigjährigen Krieg Schloss Windischleuba nieder. Heute ist die im 16. Jahrhundert zum Schloß umgebaute Wasserburg ein Idyll mit Jugendherberge. Die Wege um die Burg sind sehr gut erhalten und für Wanderer und Fahrradfahrer gleichermaßen geeignet. Früher wurde der Pleißeübergang Mitteldeutschlands von Chemnitz mit dem böhmischen Becken und Prag verbunden.

Börries Freiherr von Münchhausen

1880 kaufte es Börries Freiherr von Münchhausen- von Moringen (1845 – 1931). Der Gutsbesitzer aus dem niedersächsischen Moringen hatte im Jahre 1873 Clementine von der Gabelentz vom Schloss Poschwitz geheiratet. Münchhausens bauten das völlig verfallene Schloss bis 1886 vollständig rekonstruiert auf. Von 1881-1887 ließ Münchhausen den Renaissancegiebel an der Nordseite des Kinderflügels restaurieren und im Innern verschiedene Um- und Ausbauten durchführen. 1885 erhielt der Schlosshof am Südflügel einen Kreuzgang. Ein neues Gesindehaus baute man 1882 zwischen Münzturm und Torhaus. 1888/89 kam ein Lagerraum für Spiritus zur Brennerei hinzu. In den Folgejahren richtete man in der Schäferei Wohnungen ein. In den Jahren 1888 und 1896 war Rudolph Wagner Pächter des Rittergutes. 1909 erhielt die Schäferei nach großen Brandschäden drei neue Wirtschaftsgebäude. Unter dem Pächter Heinrich Blume umfasste das Rittergut im Jahr 1910 273 Hektar, 1923 dann 286 Hektar und zählte einen Viehbesatz von 19 Pferden, 100 Rindern (davon 30 Kühe), zwei Schafen und 25 Schweinen. 1928 hatte das Anwesen, inzwischen im Besitz des Schriftstellers Dr. jur. Börries Freiherr von Münchhausen (1874-1945) eine Größe von 281 Hektar. Heute ist das Schloss so zu besichtigen. 1920 übergaben sie das Schloss als Familiensitz an ihren Schriftsteller-Sohn Börries von Münchhausen (1874 – 1945). Der Vater Börries von Münchhausen senior hatte 1886 im heute wunderschönen Park einen Sämling der bekannten Tilly-Buche, der bekanntestes Süntelbuche in Deutschland, gepflanzt. Der einzige Sohn (1904–1934) des Schriftstellers Börries von Münchhausen verunglückte 1934 mit 29 Jahren tödlich, die Ehefrau des Dichters starb im Januar 1945. Börries von Münchhausen beging auf seinem Schloß Windischleuba einen Monat vor dem Einmarsch der US-Truppen im März 1945 Suizid. 1945 wurde die Familie enteignet und das gotische Inventar teilweise nach Altenburg verbracht. Börries Freiherr von Münchhausen war Domherr des Doms zu Wurzen. Sehenswert im Wurzener Dom ist die Gestaltung des Dom-Innenraumes 1931/1932 durch den Bildhauer Georg Wrba.

 

 

Wasserschloss Windischleuba
Wasserschloss Windischleuba

Wasserschloss WindischleubaWasserschloss Windischleuba

Wasserschloss Windischleuba
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